Was ist Empathie-Training?

Empathie ist die Fähigkeit, sich freundlich und aufgeschlossen einem Menschen zuzuwenden.

Alle Menschen werden mit der Fähigkeit geboren, empathisch handeln zu können. Wir sprechen hier von "Herz-Gefühlen" wie Liebe, Verbundenheit und Freude.
Im Laufe unserer Entwicklung lernen wir auch, uns vor schädlichen Einflüssen der Umwelt zu schützen oder uns durchzusetzen. Die Entwicklung dieser Antriebe geht mit Gefühlen wie beispielsweise Stolz und Neid  einher. Lernen wir keinen bewussten Umgang mit diesen Gefühlen und Strategien, verfestigen sie sich und können feste Muster unserer Persönlichkeit werden.

Empathetraining ist ein Weg der Übung, die angeborenen Fähigkeiten von Verbindung, Verständnis usw. bewusst zu trainieren, um Freundlichkeit mit sich selbst und mit anderen Menschen zu fördern.

Angeborene Fähigkeiten

Abbildung "Fünf Kompetenzen"Yes Bertelsen hat ein Modell beschrieben, das er „Fünf Kompetenzen“ nennt. Wir sind von Geburt mit fünf grundlegenden Fähigkeiten ausgestattet, mit denen wir uns in unserer Ganzheit wahrnehmen können: Atmung, Bewusstsein, Körper, Kreativität und Herz (-gefühle).

Empathie-Trainig ist das Trainieren dieser fünf Fähigkeiten. Wir können sie einzeln und gezielt üben und bringen sie nach und nach zusammen. Mit mehr Übung sind wir in der Lage, alle fünf Bereiche gleichzeitig zu spüren – wir nehmen uns als Ganzes wahr und erfahren innerliche Klarheit. Aus dieser Position heraus sind wir in der Lage, die Situation mit Weitblick und Vertsändnis zu erleben und entsprechend zu handeln.

Aus dieser sicheren Position heraus können wir auch verlässliche und stabile Beziehungen zu den Menschen in unserer Umwelt aufbauen - dies ist besonders dann wichtig, wenn wir als Erwachsene Kindern gegenüber stehen als Eltern, Erzieher*innen, Pädagog*innen oder in vielen anderen Situationen, wie Jesper Juul und Helle Jensen betonen.

Empathietrainig für Kinder z.B. in der Schule hat eine ähnliche Ausrichtung und wendet sich mit altersgerecht angepassten Übungen an die Kinder: auch hier geht es darum, das Sich-als-Ganzes-Spüren zu üben. Für junge Menschen ist das oft noch viel leichter als für erwachsene, die genannten angeborenen Fähigkeiten sind noch sehr präsent im Erleben der Kinder. Die Übungen verfolgen hier den Zweck, diesen Zugang nach innen offen und wach zu halten. Und unsere Erfahrung ist, dass junge Menschen bei kleinen Übungen im Alltag bleiben, sobald sie mit ihnen wertvolle Erfahungen für sich gemacht haben. Sie nehmen sich ganz intuitiv, was sie zum Wachsen brauchen.